Situationen, wie die aktuelle Corona-Pandemie, bringen eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich: Angst, um das körperliche Wohl, aber auch soziale Isolation und allgemeine Verunsicherung können Menschen emotional sehr stark belasten – bis hin zu persönlichen Krisen. Dieser Text soll Ihnen Anregungen für den eigenen Umgang mit dieser Situation, aber auch für den Umgang mit belasteten Dritten geben. Was geschieht in emotionalen Ausnahme-Situationen? In einer persönlichen Krise stehen Menschen häufig unter hohem emotionalem Druck, der viele verschiedene Auswirkungen haben kann. Von einer verzerrten Wahrnehmung (z.B. in Bezug auf potenzielle Gefahren) über intensive Stimmungen (z.B. Niedergeschlagenheit) bis hin zu extremen Verhalten (Gefühlsausbrüche, Aggression). Der Umgang mit Stress und Belastung ist sehr individuell und die gleiche Situation kann sich auf Menschen sehr unterschiedlich auswirken. Wichtig ist, zu verstehen, dass unabhängig von der eigenen Bewertung der Situation eine andere Person diese sehr intensiv empfinden kann und diese Zustände real erlebt. Reaktionen auf starke emotionale Belastungen zeigen sich zum Beispiel durch: körperlicher Ebene: Erschöpfung, Müdigkeit, Übelkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwitzen, Schlaflosigkeit Gedanken und Gefühle: Alpträume, Unsicherheit / Angst zu versagen, erhöhte Wachsamkeit, Niedergeschlagenheit, Wut, Hilflosigkeit, Schuldgefühle, plötzliche Gefühlsausbrüche, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, … verändertes Verhalten des Menschen: Rückzug von anderen Menschen, Schweigen, plötzliches Weinen, Appetitverlust oder -zunahme, Rastlosigkeit, Gereiztheit, unangebrachte Reaktionen, vermehrter Zigaretten- oder Alkoholkonsum. Wie umgehen mit Menschen in einer Krisen? Viele Menschen empfinden große Unsicherheit, wie Sie sich jemandem gegenüber verhalten sollen, der sich in einer emotionalen Krise befindet. Daher möchten wir Ihnen einige allgemeine Empfehlungen geben: Hören Sie zu und verbringen Sie Zeit mit der betroffenen Person (ggf. per Telefon) Bieten Sie Hilfe und ein offenes Ohr an, wenn Sie nicht selbst um Hilfe gebeten werden Vermeiden Sie, das Verhalten der betroffenen Person zu bewerten Geben Sie der betroffenen Person Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten Nehmen Sie Wut und Aggressionen nicht persönlich, reagieren Sie ruhig und sachlich Tipp 1: Positives erkennen und betonen Es erscheint auf den ersten Blick oft schwierig, überhaupt etwas Positives in Krisensituationen zu sehen – doch zeigt die positive Psychologie, dass bereits das Nachdenken über positive Aspekte der Situation die Stimmung bessert und uns offener für Lösungen macht. Vielleicht können Sie den teilweisen Stillstand nutzen um mehr Zeit für Freunde / Familie / Haustiere zu haben? Oder Sie konzentrieren sich auf ihr Hobby? Oder darauf etwas Neues zu lernen? Tipp 2: Sinnhaftigkeit erleben Einen Sinn im eigenen Handeln oder der eigenen Situation zu erkennen, kann einen großen Unterschied im Umgang mit Belastungen bewirken und macht uns widerstandsfähiger. Überlegen Sie, wo Sie Sinn und Bedeutung in den Geschehnissen erkennen. Sie könnten sich zum Beispiel bewusst machen, wie wichtig die Einschränkungen des Alltags aktuell sind und dass Sie damit einen großen persönlichen Beitrag dazu leisten, dass wir alle die aktuelle Situation gesund überstehen. Tipp 3: Gemeinschaftsgefühl fördern Soziale Kontakte heben unsere Stimmung, motivieren uns und stärken uns gegenüber Belastungen. Versuchen Sie also regelmäßig im Austausch mit anderen zu sein (unter Einhaltung der aktuellen Beschränkungen). Nutzen Sie Videoanrufe, um die Wirkung von Gesprächen zu verstärken (ein vertrautes Gesicht zu sehen verstärkt die positive Wirkung im Vergleich zum reinen Telefonat). Sprechen Sie mit anderen (Kolleg*innen, Familie, Freunde) über ihre persönlichen Eindrücke und Herausforderungen – darüber, was Sie bewegt. Betonen Sie aber auch immer die positiven Aspekte, d.h. das was gut gegangen ist. Reden entlastet und ist insbesondere in einer herausfordernden Situation eine wirksame Medizin. Tipp 4: Einen Beitrag leisten Selbst handeln zu können, gibt das Gefühl Kontrolle über die Situation zu haben und damit Sicherheit. Schauen Sie, was Sie tun können, um die Situation für sich und/oder andere zu verbessern. Fangen Sie mit kleinen Dingen an – wichtig ist es, ins Tun zu kommen. Schaffen Sie sich einen Tages- und Wochenrhythmus – feste Strukturen können gerade in emotional belastenden Zeiten eine Orientierung und Halt geben. Vielleicht nehmen Sie sich Zeit für eine Ideenliste an Dingen, die Sie schon lange umsetzen wollten und beginnen genau jetzt damit. Tipp 5: Auf sich achten Nehmen Sie den Druck von sich – in emotional belastenden Zeiten ist es kaum möglich Höchstleistung zu bringen. Wenn Sie sich emotional nicht gut fühlen, ist das normal. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Gefühle, wenn Ihnen danach ist. Gefühle zu unterdrücken oder zu verstecken bringt langfristig keine Besserung. Halten Sie sich körperlich in Bewegung (z.B. Spazieren gehen, Sport) und achten Sie auf ausreichende Erholung. Achten Sie darauf ausreichend und vor allem gesund zu essen, zu trinken und zu schlafen. Trinken Sie nicht mehr Alkohol als gewöhnlich und versuchen Sie auch Ihren Nikotinkonsum auf dem gewohnten Level zu halten. Fazit Krisensituationen sind ein Teil des Lebens. Sie stellen für uns oft eine große Herausforderung dar. Im Nachhinein betrachtet, macht es aber auch viele Menschen um Erfahrungen reicher, die sie in der Zukunft gut nutzen und einsetzen können. Gestärkt um neue Erfahrungen, vielleicht sogar mit einigen schönen oder humorvollen Erinnerungen und viel neuer Kraft aus dieser außergewöhnlichen Zeit raus zu gehen – das wünschen wir Ihnen! Mit den genannten Tipps können Sie sich selbst oder anderen eine wichtige Hilfestellung geben. Zögern Sie nicht, sich bei Bedarf Hilfe zu suchen. Ihre Arbeitspsychologen*innen von research-team
Stressmanagement – Von Säbelzahntigern und Feuerläufern
Die Arbeitspsychologin Cornelia Hubich-Schmon erklärte beim HAGE-Gesundheitstag, warum sich unser Gehirn noch immer vor Säbelzahntigern fürchtet, und stellte drei praktische Tipps vor, mit denen sich der Stresspegel im Alltag senken lässt… HAGE – einen ganzen Tag für die Gesundheit Alle 2 Jahre veranstaltet die Firma HAGE Sondermaschinenbau aus Obdach im Murtal einen Gesundheitstag für ihre MitarbeiterInnen. Heuer fand dieser Ende Juni statt und stand ganz unter dem Motto „TEAMBUILDING“ – organisiert wurde er von Markus Strini, Sigrid Antoniuk & Team. Cornelia Hubich-Schmon darf die HAGE bereits seit 12 Jahren zu den unterschiedlichsten Themen als Arbeitspsychologin begleiten. Ihr Beitrag heuer: der Umgang mit herausfordernden Situationen und wie sie sich auf Team und Person auswirken. Warum sich unser Gehirn noch immer vor Säbelzahntigern fürchtet… Dabei ging es zunächst um die Basics der Stressforschung: Unser Gehirn ist evolutionär noch immer auf physische Überlebensstrategien ausgerichtet. Und früher galt: Siehst du einen Säbelzahntiger, dann denk nicht nach, sondern renn so schnell du kannst! Deshalb wird auch heute noch in stressigen Situationen ein Hormoncocktail ausgeschüttet, der einen starken Fokus und hohe körperliche Leistungsfähigkeit bringt, aber eben auch die Wahrnehmung beeinträchtigt und zu Erschöpfung und Leistungsabfall führen kann – die negative Stressspirale. Drei Tipps der Arbeitspsychologin, um besser mit Stress umzugehen Stress kann positive wie negative Folgen haben – wichtig ist ein bewusster Umgang mit den eigenen Emotionen, um die Kontrolle zu behalten. Dazu gab es von Cornelia Hubich-Schmon einige Hilfestellungen: 1. Kleine Rituale Kleine Übungen können dabei helfen, aus dem unbewussten Stressmuster auszusteigen und das System zu beruhigen. Versuchen Sie zum Beispiel, ganz bewusst ein Glas Wasser zu trinken, ohne an etwas anderes zu denken. Oder gehen Sie, wie die TeilnehmerInnen des Gesundheitstages, gedanklich an Ihren „Kraftort“ – das kann zum Beispiel Ihr Lieblingsort in der Natur sein. 2. Positives Denken Eine positive Grundhaltung beeinflusst nicht nur das Wohlbefinden, sie kann auch den Ausgang der Ereignisse beeinflussen. Versuchen Sie, sich hierzu zum Beispiel am Ende des Tages alle positiven Erlebnisse (auch die ganz kleinen!) in Erinnerung zu rufen. Achten Sie auf eine aufrechte, entspannte Körperhaltung. Formulieren Sie positive Ziele („Ich möchte heute zwei Personen auf der Veranstaltung kennenlernen“ anstelle von „Ich möchte heute Abend nicht alleine herumstehen“). 3. Entspannen lernen Entspannung und positives Denken kann man lernen. Nutzen Sie sogenannte „Anker“, um sich in belastenden Situationen bewusst entspannen zu können: Richten Sie sich auf, atmen Sie 3-mal tief durch und denken Sie an eine Situation, in der Sie absolut entspannt waren (vielleicht der letzte Urlaub?). Trainieren Sie diesen Ablauf immer wieder im Alltag. In der nächsten stressigen Situation haben Sie dann Ihren Anker zur Hand, mit dem Sie sich in kurzer Zeit entspannen können, um den Überblick wiederzuerlangen. Stressfrei miteinander durchs Feuer gehen… Naja, nicht durch, aber immerhin über das Feuer: Am Nachmittag konnten beim HAGE-Gesundheitstag die besprochenen Inhalte gleich Anwendung finden – beim „Gang übers Feuer“ wurde nicht nur Teamgeist, sondern auch der gute Umgang des HAGE-Teams mit herausfordernden Situationen unter Beweis gestellt. Insgesamt ein sehr gelungener Tag, von dem das HAGE-Team wieder lange reden wird!
Kennzahlen und BWL im betrieblichen Gesundheitsmanagement
Sprachlich zeigt das betriebliche GesundheitsMANAGEMENT als Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung schon sehr klar, worauf es abzielt: Eine Steuerung aller gesundheitsrelevanten Themen im Unternehmen unter einem Dach. Doch wie wird aus Management mehr als nur ein Verwalten? Mag.a Michaela Höfer von research-team sprach beim 4. Symposium-Gesundheit an der Donau Universität Krems über den Einsatz betriebswirtschaftlicher Instrumente im BGM. Was genau ist eigentlich betriebliches Gesundheitsmanagement? Die Grundlage des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ist die Strategie des Unternehmens. Das BGM unterstützt auf der Gesundheitsseite das Unternehmen darin, seine strategischen Ziele und Visionen zu erreichen. Denn nur gesunde MitarbeiterInnen, die mit Freude arbeiten, schöpfen ihr volles Potenzial aus, um gemeinsam in Richtung Unternehmensstrategie zu arbeiten! BGM steuert und wirkt auf mehreren Ebenen: Es systematisiert Es nutzt Synergien Es baut auf Vorhandenem auf Es sichert die Qualität Es verbindet das Unternehmen mit der gesundheitsrelevanten Außenwelt (Krankenkassen, FGÖ, Gemeinden, Netzwerk BGF, AUVA u.v.m.) Die Basis ist so wie in der Betrieblichen Gesundheitsförderung die Verhaltens- und die Verhältnisebene! Strategieplanung und Implementation Bei der Planung eines BGMs sollten grundlegende betriebswirtschaftliche Instrumente der Strategieplanung beachtet werden: Was umfasst bei uns BGM?Der Gesundheitsbegriff ist sehr umfassend. Für ein effizientes Management ist aber eine klare Definition des Arbeitsbereiches entscheidend. In diesem Schritt ist es also wichtig, konkret zu benennen, welche Themen und Bereiche zum BGM gehören und wo sich der Bereich abgrenzen sollte. Verankerung des BGM im UnternehmenHier sollte definiert werden, wo das BGM im Unternehmen verankert ist. In manchen Unternehmen ist eine Angliederung an den HR-Bereich sinnvoll, in anderen ist BGM als Stabstelle am wirkungsvollsten, wieder andere verbinden die Themen Sicherheit und Gesundheit und knüpfen es an den HSE-Bereich. Ein Grundrezept hierfür gibt es nicht. Dies muss von Unternehmen zu Unternehmen unter Abwägung der Chancen und Risiken entschieden werden. Übergabe an eine/n HauptverantwortlicheNAuch in weniger hierarchisch organisierten Unternehmen ist eine klare Verantwortlichkeit für das Thema Gesundheitsmanagement wichtig. Dieser Schritt erleichtert die Verknüpfung der vielen relevanten Bereiche. Ableitung der Vision & Strategie des Unternehmens sowie der aktuellen Megatrends in eine Vision & strategische Ziele des BGMDas BGM sollte immer in Einklang mit den Unternehmenszielen stehen, um für die Erreichung der strategischen Ziele arbeiten zu können, Synergien zu nutzen und Berührungspunkte zu schaffen. Die klare Formulierung von strategischen BGM-Zielen hilft dabei, über die verschiedenen Bereiche hinweg kongruente Maßnahmen zu erstellen. Zur Verfügung stellen von entsprechenden Ressourcen (Personal, Betriebskosten und Budget)Wie jeder andere Unternehmensteil muss das BGM mit ausreichend Mitteln ausgestattet werden, um seiner Aufgabe nachkommen zu können. Die Budgetplanung und –verwendung kann dabei bereits zu einem Controlling-Instrument werden und später für Kosten-Nutzen-Berechnungen herangezogen werden. Keynote-Speaker und BGM-Experte: Professor Bernhard Badura Werkzeuge bei der Strategieumsetzung Ein etabliertes BGM verfügt über eine Vielzahl von Werkzeugen, um spezifisch wirksam zu sein: Instrumente zur Kennzahlengewinnung (z.B.MitarbeiterInnenbefragungen), partizipative Instrumente (z.B. Gesundheitszirkel) und Portfolioanalysen sind sinnvoll. Auch klassische Management-Tools, wie die Besprechungslandkarte, die Kompetenzmatrix oder die Balanced Scorecard sind im BGM hervorragend anwendbar. Ein weiteres wichtiges Element sind Marketing und Kommunikation des BGM. Das „Produkt“ Gesundheit sollte so attraktiv wie möglich sein. Besonders in der Sensibilisierung von Führungskräften für das Thema liegt großes Potenzial, da diese zu Multiplikatoren werden können. Auch Aushänge, Informationsveranstaltungen und Aussendungen über das Intranet tragen dazu bei, dass Angebote von den MitarbeiterInnen besser angenommen werden. Die Qualitätssicherung liefert wertvolle Kennzahlen zum Nachweis von Erfolgen und zur Identifikation von Handlungsfeldern. Wichtig ist, dass die Qualität einzelner Maßnahmen und TrainerInnen, die Zielerreichung sowie natürlich die Qualität des BGM-Prozesses als Ganzes untersucht wird. Regelmäßige Evaluationen und die Durchführung von Lessons Learned können hier hilfreich sein. Abschließend stellt die strategische Integration in bestehende Managementsysteme einen besonders wichtigen Punkt dar. Wenn gezielt Überschneidungen der einzelnen Unternehmensbereiche mit dem BGM identifiziert werden, kann schnell und tief in die Struktur des Unternehmens hineingewirkt werden und Gesundheit wird dadurch mit geringem Aufwand im Unternehmen verankert. Fragen an die Expertin Speziell an Frau Mag.a Höfer wurde die Frage gerichtet, ob sich auch internationale Unternehmen in Österreich für Gesundheitsförderung und –management in ihren österreichischen Niederlassungen einsetzen. Auf Basis ihrer langjährigen Erfahrung als Arbeits- und Organisationspsychologin berichtete Frau Mag.a Höfer, keinen erkennbaren Unterschied zwischen österreichischen und internationalen Unternehmen erlebt zu haben. Als sehr positives Beispiel nannte sie das südafrikanische Papierunternehmen sappi, dessen Standort in Gratkorn in diesem Jahr den nationalen BGF-Preis gewinnen konnte. Auch die Magna Steyr in Graz etablierte ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement, in welchem die Themen Prävention und Sicherheit sukzessive integriert und systematisiert zu einem übergreifenden MitarbeiterInnenangebot zusammengeführt wurden. Auch kam die Frage auf, wie in sehr hierarchischen Organisationen (beispielsweise dem Bundesheer) die Begeisterung und Teilnahme an Gesundheitsmaßnahmen gesteigert werden könnte. Als ehemalige Polizeipsychologin riet Frau Mag.a Höfer dem Fragesteller insbesondere zu Interventionen mit hohem Selbsterfahrungsanteil. (Anregeungen dazu finden Sie vielleicht in unseren Beiträgen zum Thema Gamification oder gehirngerechte Arbeitssicherheit). Mag.a Michaela Höfer in der Abschlussdiskussion mit allen Vortragenden des Symposiums Fotos mit freundlicher Genehmigung von Sylvia Plach.
Agile wirkt: auch auf die Bindung ans Unternehmen!
In diesem und den folgenden Artikeln stellen wir Ihnen die Ergebnisse einer groß angelegten Studie zum Thema Agilität vor. MitarbeiterInnen sind ein wertvolles Gut. Die Ressource Mensch wird für viele Unternehmen immer wichtiger – wichtig, um die oftmals stetig steigenden Anforderungen von Seiten der KundInnen zu bewerkstelligen und gleichzeitig den Erfolg des Unternehmens sicherzustellen. Die Ansprüche der MitarbeiterInnen werden dabei aber auch immer größer. Nie hat das Sprichwort „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ mehr zugetroffen als im heutigen Geschäftsleben. Agile Arbeitsformen sind eine – offenbar sehr erfolgsversprechende – Antwort auf diese Herausforderungen. In einer groß angelegten Studie wurden über 3500 ArbeitnehmerInnen zu ihrem Engagement, ihrer Zufriedenheit, dem Burnout-Risiko, der Loyalität zu ihrem Unternehmen und vielen anderen zentralen Erfolgsfaktoren für Unternehmen und Menschen befragt. Einen erheblichen Raum nahm das Thema Agilität ein. In den nächsten Wochen möchten wir sukzessive die Ergebnisse dieser groß angelegten Studie veröffentlichen, die sich unter anderem mit den Auswirkungen von Agilität auseinandersetzt. Wie wurde Agilität gemessen? Agilität wurde mit einem eigens von der Karl-Franzens-Universität Graz gemeinsam mit dem arbeits- und organisationspsychologischen Beratungsunternehmen research-team entwickelten Fragebogen in zwei primären Facetten gemessen: das agile Mindset im Unternehmen & die agile Führungskultur. In puncto Unternehmenskultur fokussiert sich der in der Studie eingesetzte Agility-Check-Fragebogen hauptsächlich auf drei Aspekte: KundInnenorientierung, Weiterbildung/Lernen und Gestaltungsfreiheit/Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Verglichen wurden Unternehmen mit sehr agil ausgeprägtem Mindset mit jenen, die sehr geringes Mindset aufweisen. Die Klarheit der Studienergebnisse hat selbst uns überrascht: So wirkt agile Unternehmenskultur… Über 50 Prozent der Befragten, die ihren Angaben zur Folge in sehr agilen Unternehmenskulturen beheimatet sind, sind sehr zufrieden und mehr als 40 Prozent hoch engagiert. Ganz im Gegensatz zu den TeilnehmerInnen, die in Unternehmen arbeiten, wo agiles Mindset wenig ausgeprägt ist. Hier sind gerade einmal 13 Prozent besonders zufrieden sowie ausgesprochen engagiert. Insbesondere der Fokus auf “persönliche Weiterentwicklung” stärkt die Bindung ans Unternehmen Bei geringen Mindset-Werten in der Skala „Weiterentwicklung/Lernmöglichkeit“ weisen nur 47% der Belegschaft eine hohe Bindung an das Unternehmen auf. 53% der MitarbeiterInnen haben eine hohe Bereitschaft zu wechseln. In Unternehmen, in denen die MitarbeiterInnen beispielsweise angeregt werden, mit anderen ihre Arbeitsweise und ihr Wissen auszutauschen und dabei unterstützt werden sich selbst zu verbessern – also hohe Werte in der Mindset-Skala „Weiterentwicklung/Lernen“ aufweisen – zeigen sich ganz andere Bindungswerte: Hier möchten 86% der Befragten im Unternehmen bleiben Was erwartet Sie in den kommenden Wochen… … weitere Zahlen, Daten und Fakten in Bezug auf unsere Erkenntnisse im Bereich Agilität. Zudem werden wir in den folgenden Artikeln die zwei weiteren Ebenen darstellen, die wesentlich sind, um ein Fundament für eine agile Organisation zu schaffen. Bleiben Sie also dabei. Das könnte Sie auch noch interessieren: Agilität ist messbar – gehören Sie zu den Spitzenreitern? Infos zur Studie: Arbeitswelt 2025 Wer hat die Studie durchgeführt: die Karl-Franzens-Universität Graz in Kooperation mit dem arbeits- und organisationspsychologischen Beratungsunternehmen research-team. Ziel der Studie: allgemein die Wirkung von verschiedenen Arbeitsbedingungen bzw. Rahmenbedingungen in der Arbeit auf die Menschen und deren Leistungsbereitschaft, Zufriedenheit, Bindung, Gesundheit etc. zu erfassen. 2025 wurde ein besonderer Schwerpunkt auf Agilität in Unternehmen gelegt. Wann wurde die Studie durchgeführt: 2025 und davor bereits im Jahres-Rhythmus, um auch langfristige Tendenzen in der Arbeitswelt gut abbilden zu können. Wer hat teilgenommen: 1.500 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, unabhängig von deren Arbeitgebern. In der Studie wird sichergestellt, ein repräsentatives Bild der Berufstätigen in der DACH-Region widerzuspiegelen.
Agile Unternehmenskultur hält gesünder!
Die MitarbeiterInnen in Firmen mit agiler Unternehmenskultur haben ein deutlich geringeres Burnout-Risiko und berichten über weniger Belastungen – das zeigt eine groß angelegte Studie mit 1.500 Befragten. In unserem letzten Blog haben wir berichtet, dass Agilität eine positive Auswirkung auf die Bindung ans Unternehmen hat: Agile wirkt: auch auf die Bindung ans Unternehmen! Dieser Blog widmet sich den Auswirkungen von agiler Unternehmenskultur auf die Gesundheit von MitarbeiterInnen. Agile Unternehmenskultur wurde auf 3 Ebenen gemessen: Kunden/innenorientierung, Weiterbildung/Lernen und Gestaltungsfreiheit/Vertrauen in die MitarbeiterInnen. Im Detail wurde beispielsweise abgefragt, ob im eigenen Unternehmen MitarbeiterInnen motiviert werden spontane Entscheidungen zu treffen MitarbeiterInnen angeregt werden mit anderen ihre Arbeitsweise und ihr Wissen auszutauschen Aktiver und direkter Kontakt mit KundenInnen gefördert wird EBF-Work: ein wissenschaftliches Instrument zur Erfassung des Burnout-Risikos Im Zuge der Befragung wurde der EBF-Work, ein wissenschaftlicher Fragebogen zur Erfassung des Burnout-Risikos, eingesetzt. Burnout wird hier anhand von zwei Dimensionen mit 8 bis 92 Fragen erfasst: Die erste Dimension erfasst die Beanspruchungswerte der Menschen – je geringer diese Werte sind desto besser Die zweite Dimension erfasst die Erholungswerte – je höher diese Werte sind desto besser Grundannahme dahinter ist, dass das Burnout-Risiko am höchsten ist, wenn Menschen sehr viele Beanspruchungen erleben und gleichzeitig zu wenige positive Dinge in ihrem Leben haben, die ihnen Kraft spenden. Agile Unternehmenskultur reduziert das Burnout-Risiko In Unternehmen mit stark ausgeprägter agiler Unternehmenskultur weisen 82% der Befragten hohe Erholungswerte und 72% der Befragten geringe Beanspruchungswerte auf. In Unternehmen mit gering ausgeprägter Unternehmenskultur weisen nur jeweils 50% der Befragten gute Erholungswerte bzw. geringe Beanspruchungswerte auf. Was erwartet Sie in den kommenden Wochen Im nächsten Blog möchten wir über die Auswirkungen von agiler Führung auf das Burnout-Risiko der Mitarbeiter/innen berichten. In den nächsten Wochen erwarten Sie weitere Zahlen, Daten und Fakten in Bezug auf unsere Erkenntnisse im Bereich Agilität. Zudem werden wir in den folgenden Artikeln die zwei weiteren Ebenen darstellen, die wesentlich sind, um ein Fundament für eine agile Organisation zu schaffen. Bleiben Sie also dabei. Das könnte Sie auch noch interessieren: Agilität ist messbar – gehören Sie zu den Spitzenreitern? Infos zur Studie: Arbeitswelt 2025 Wer hat die Studie durchgeführt: die Karl-Franzens-Universität Graz in Kooperation mit dem arbeits- und organisationspsychologischen Beratungsunternehmen research-team. Ziel der Studie: allgemein die Wirkung von verschiedenen Arbeitsbedingungen bzw. Rahmenbedingungen in der Arbeit auf die Menschen und deren Leistungsbereitschaft, Zufriedenheit, Bindung, Gesundheit etc. zu erfassen. 2025 wurde ein besonderer Schwerpunkt auf Agilität in Unternehmen gelegt. Wann wurde die Studie durchgeführt: 2025 und davor bereits im Jahres-Rhythmus, um auch langfristige Tendenzen in der Arbeitswelt gut abbilden zu können. Wer hat teilgenommen: 1.500 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, unabhängig von deren Arbeitgebern. In der Studie wird sichergestellt, ein repräsentatives Bild der Berufstätigen in der DACH-Region widerzuspiegelen.
Podcast: Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen
In dieser Folge bekommen Sie einen detaillierten Überblick über die gesetzlich verpflichtende Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen, die konkrete Umsetzung und die wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Arbeitswelt 2023-Befragung:
Scrumble – Mut zur Menschlichkeit Wir haben die Ergebnisse der Arbeitswelt 2023-Befragung für Sie aufbereitet. Auf unserer Webseite werden wir Ihnen laufend spannende Ergebnisse der #AW23 – Umfrage präsentieren. research-team führt jährlich eine Arbeitswelt-Österreich-Studie in Kooperation mit der Universität Graz durch.Die aktuellste Befragung fand heuer im März 2023 statt. Insgesamt 1377 Personen nahmen an der Befragung teil. Ziel der jährlichen Studie ist es: die wichtigsten arbeitspsychologischen Kennzahlen für Österreich zu erfassen die Veränderungen in der Arbeitswelt zu beobachten, Zusammenhänge zu errechnen und daraus Schlüsse zu ziehen unsere Kund*innen einen professionellen und objektiven Vergleichswert für Ihr Unternehmen zu bieten Im Rahmen unserer Scrumble Veranstaltungen – unsere innovative Form der beruflichen Weiterbildung – nutzen wir die AW23-Befragung, um einen fachlich fundierten Input zu unterschiedlichsten Themen anzubieten. Ein solches Thema ist “Mut zur Menschlichkeit in Unternehmen”. Lassen Sie sich überraschen, welche Aspekte der Menschlichkeit “Wunder” im Arbeitskontext bewirken können. Unter folgendem Link finden Sie die Ergebnisse der AW23 zum Thema “Mut zur Menschlichkeit”: Mut zur Menschlichkeit